South Pacific!

 

Fiji   -   30.03.2022

 

Müh und Plag vor

Südseefreuden

 

 

Wir haben es geschafft! Dank der absurden Corona Politik, deren langer Arm sich bis Fiji erstreckt, erhielten wir Österreicher Anfang Februar, exakt am Tag der höchsten Inzidenz seit Beginn der Pandemie, die Erlaubnis, wieder in Fiji einzureisen. Also Flug für Mitte März gebucht und eingetaucht in die Herausforderungen der Bürokratie. Onlineformulare in verschiedenen Varianten, eine spezielle Covid-Krankenversicherung, Quarantänehotel für drei Nächte nach Vorschrift reserviert und bezahlt, sogar das Taxi vom Flughafen musste zertifiziert und vorher gebucht sein. Die Ablehnung von Poldis  ESTA ( fürs Umsteigen Los Angeles) hielt uns ein paar Tage auf Trab.  Wir dachten schon an eine Umbuchung über Asien, am Ende  hat es aber doch noch geklappt. Knapp vor der Abreise trieben der PCR-und Antigen-Tests  (extra für die USA) den Blutdruck noch einmal in ungeahnte Höhen. Schließlich ist alles gut gegangen und die 33-stündige Reise verlief glatt und ohne unangenehme Kontrollen.

 

Mit dem Quarantänetaxi ins Quarantänehotel gebracht, eröffnete man uns dort zu unserem Erstaunen, wir könnten  während der Quarantäne tun und lassen, was wir möchten und uns frei bewegen.

Bewegen wollten wir uns aber erst einmal ohnehin nicht und fielen statt dessen in einen 17-stündigen Schlaf. Dann aber, dankbar für diese unverhoffte Variante der Quarantäne, machten wir uns im strömenden Regen auf den Weg in die nahe gelegene Marina. Ein Fläschchen Sekt bei Günter und Renate, die es dank einer alten Einreiseerlaubnis schon lange vor uns nach Fiji geschafft hatten, machte uns Mut, den Tatsachen ins Auge zu sehen und die Yin Yang in Augenschein zu nehmen. Seit 2 1/2 Jahren döste sie auf der matschigen Wiese neben vielen anderen  Schiffs-Leidensgenossen  in ihrer zyklonsicheren Grube traurig vor sich hin.

 

Ein erster optischer Check  fiel nicht allzu schlecht aus. Von der Warte des Skippers aus war erst einmal klar, dass Elektrik und Hydraulik funktioneren. Die Hausfrau war erleichtert, dass sich  weder Schimmel noch Insekten oder andere Tierchen im Inneren breit gemacht hatten. Nicht einmal Müffelgeruch war zu verzeichnen, obwohl es seit Dezember regnet.

 

 

 

Am Ende unserer Quarantäne im Hotel wurden wir nach einem Antigen-Test, dessen Durchführung in seiner Sorgfalt, Ernsthaftigkeit und Dauer einer Herzoperation in Europa glich, feierlich aus dem Hotel entlassen und durften unser Cottage im Marinabereich beziehen.

 

 In den letzten Tagen gab‘ s also schon Arbeitsalltag auf dem Boot. Poldi ölverschmiert schwitzend im Motorraum, und ich nach Putzmittel riechend schwitzend im Innenraum. Dass man so schwitzen kann, hatten wir ganz vergessen. Inzwischen regnet es zwar seltener, aber die Luftfeuchtigkeit ist enorm. Dieser Unterschied zur Trockenheit daheim macht dem Kreislauf ordentlich zu schaffen. Ganz abgesehen davon, dass die Gelsen Feste feiern. Pfützen rundherum und frisches europäisches Blut unter weisser Haut verwandeln die Yin Yang in ein Moskito- Wellnessparadies. Wir sprühen uns zwar häufig mit Autan ein aber in wenigen Minuten ist alles weggeschwitzt.

Desgleichen mit dem Sonnenschutz. Ich möchte meinen strengen österreichischen Hautarzt sehen, wie er dieses Problem hier löst. Der 50iger -Faktor ist in ein paar Minuten vom Schweiß aufgelöst und bedeckende Bekleidung ist kaum auszuhalten. Sogar Poldi sah nach dem Deckwaschen aus wie ein Krebs, was bei ihm ja selten vorkommt.

 

Also ist heute  ein Ruhetag angesagt, teils im Bungalow mit Klimaanlage, teils in der herrlichen gelsenfreien Brise auf den Terrassen von Cafe und Restaurant. Da kann man Kraft schöpfen für die weiteren Reparatur- und Putzprojekte. Nach und nach kommen diese zum Vorschein: der Turbolader ist angerostet, ein Kühlwasserrohr des Motors, muss erneuert werden, da heißt es, entsprechende Handwerksbetriebe und Ersatzteile zu finden.

Rost ist überhaupt ein grosses Thema. Wie beim Menschen: was nicht regelmäßig bewegt wird, rostet.

Im Großen und Ganzen können wir mit dem Zustand der Yin Yang allerdings zufrieden sein, wenngleich man aber nicht weiß  welche Überraschungen noch warten, wenn z.B. der Motor angelassen oder der Wassermacher in Betrieb genommen werden soll.

Es hat sich aber gelohnt, dass wir mit der Marina einen Servicevertrag ( regelmäßiges Checken, Lüften, Sprühen und Deckwaschen) abgeschlossen und selbst vor der Abreise alles picobello zurück gelassen haben.

Mit einigen Wochen bis zum Umzug aufs Schiff müssen wir rechnen. Deshalb haben wir heute sicherheitshalber den Bungalow bis in den Mai hinein reserviert.

Internetmässig sind wir hier bestens versorgt und per email auch am schnellsten und einfachsten erreichbar. Whats app klappt auch , allerdings hinterlegt mit der örtlichen Telefonnummer:

+679 7620374. Unsere österreichischen Telefonnummern funktionieren hier nicht.

Auch wenn wir medial hier gut versorgt sind ( Zeit im Bild und ö.Tageszeitungen) freuen wir uns sehr über persönliche Nachrichten!

 

 

Etwas Paradoxes zum Schluss: Vorgestern wurde beschlossen, dass in Fiji ab 7.4. alle Coronamaßnahmen und Einreisebeschränkungen fallen! Wenn wir das gewusst hätten!

Aber wir sehen das auch auch positiv - denn dann werden alle Schiffsbesitzer gleichzeitig hier einfallen und es wird ein G‘riß um Handwerker und Bungalows. Kein Nachteil ohne Vorteil!